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Alfa Romeo
1900 Primavera
1900 Sprint
1900 Super Sprint
1900 SSZ
Alfa
Romeo wäre keine italienische Marke und Mailand nicht in Italien, gäbe es vom
neuen "Millenove" nicht in kürzester Zeit Spezialversionen von den zahlreichen
Karosseriefirmen. An vielen dieser zweitürigen Sonderkarosserien manifestiert
sich ein mondän-luxuriöser Stil, andere wiederum haben einen sportlichen
Einschlag. In der Mehrzahl entstehen diese Kreationen als Einzelstücke für
vermögende Kunden oder in der Hoffnung, das Alfa Romeo-Werk werde Gefallen daran
finden und den Bau einer kleinen Serie in Auftrag geben.
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| Eines der frühen 1900 Sprint Coupés der Carrozzeria Touring Milano, wie es von 1951 bis 1953 gebaut wurde. Beachten Sie die waagrechten Kühlergitter am Bug und den Verlauf der Hinterkanten der hinteren Seitenscheiben im Vergleich mit dem Wagen nebenan | Ein 1900 Sprint Coupé von Touring Milano aus der 2. Serie von 1954 oder 1955. Die Fensterflächen sind deutlich größer. Hier ein Teilnehmer beim Bergrennen Lenzer Heide in der Schweiz von 1957 |
Gutes Beispiel für eine solche "Fuoriserie" ist die "Berlina Primavera" auf Basis des 1900 Super. Das ist eine luxuriös ausgestattete Limousine mit zwei Türen, die nach einem Entwurf von Felice Mario Boano in den Jahren von 1955 bis 1957 in 300 Exemplaren bei Carrozzeria Ellena in Turin gebaut wird. Die Produktionsstatistik von Alfa Romeo weist für das Jahr 1952 insgesamt 91 Bodengruppen des Typs 1900 mit kompletter Mechanik, aber ohne Karosserie aus, die an die verschiedenen Carrozzerie gehen. Stabilimenti Farina in Turin baut darauf das zweitürige, fünfsitzige "Cabriolet Victoria." Boneschi aus Mailand zeigt das Einzelstück eines Luxus-Coupés "Gazzella." Daneben seien Coupé-Unikate von Bertone, Castagna, Vignale, Pinin Farina, Ghia und der schweizerischen Ghia-Aigle erwähnt. Typische Käufer solcher Sonderanfertigungen sind die diversen italienischen Grafen und Gräfinnen oder Leute wie Rafael Trujillo y Molina, Diktator der Dominikanischen Republik. Im September 1953 liefert die Carrozzeria Boneschi den sehr skurril aussehenden "Spider Astral" nach Santo Domingo.
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| Der
Schalthebel befindet sich hier schon auf dem Mitteltunnel, nicht mehr an der Lenksäule wie beim früheren 1900 Sprint. Die Speichen des Holzlenkrades verhindern ganz perfekt die freie Sicht auf Tachometer und Drehzahlmesser |
Alfa Romeo überlässt das Geschäft mit der wohlhabenden Coupé-Kundschaft allerdings nicht einfach den Karosseriefirmen. Schon 1951 bringt Portello den 1900 Sprint heraus. Dessen Bodengruppe ist im Gegensatz zur Limousine im Radstand von 2,63 auf zweieinhalb Meter gekürzt. Die Mailänder Carrozzeria Touring kleidet nach ihrem "Superleggera"-Patent, bei dem Stahl- und Aluminiumblech über einen Formrahmen aus Stahlrohren gezogen wird, ein elegant geducktes Coupé. Drei Jahre später überarbeitet Touring die Karosserie des 1900 Sprint. Die Fensterflächen der zweiten Sprint-Serie sind deutlich größer. Analog zur 1900 Super-Limousine bekommt das Sprint Coupé ab Jahrgang 1955 den 115 PS starken 2-Liter-Motor, zusätzlich aber auch ein Fünfgang-Getriebe, das dem Viertürer stets versagt bleibt. Dieser Alfa Romeo 1900 Super Sprint erhält 1956 wiederum von Touring Milano eine völlig neue, im Stil sehr moderne Karosserie, die wie ein Spider mit aufgesetztem Hardtop aussieht. Pinin Farina in Turin kleidet 88 der insgesamt 1803 Alfa Romeo 1900 Sprint und Super Sprint als elegantes, zwei-plus-zweisitziges Cabriolet. Glücklich, wer so eines in der Garage stehen hat.
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| Der 1900 Primavera, eine luxuriös ausgestattete Limousine mit zwei Türen. Nach einem Entwurf von Felice Mario Boano baut die Carrozzeria Ellena in den Jahren von 1955 bis 1957 nur 300 Exemplare. Die gesamte Mechanik stammt von der viertürigen 1900 Super | Eines der beiden 1900 Sprint Coupés, die Ghia 1953 mit dieser markanten Karosserie amerikanischen Stils versieht. Dieser Wagen steht heute in einer kalifornischen Sammlung und ist regelmäßig bei Auktionen und Schönheits-Konkurrenzen zu sehen |
Überflüssig zu erwähnen, dass auch die kurzen 1900 "C" (für "Corto") -Bodengruppen von Sprint und Super Sprint als Ausgangsbasis für einige Sonderkarosserien dienen. Neben mehreren Coupé-Einzelstücken von Boano, Bertone und Colli sowie Cabriolets von Boano, Touring Milano, Ghia-Aigle und Zagato seien die für den Sporteinsatz bestimmten Coupés von Zagato erwähnt. Keiner dieser leichten und strömungsgünstigen Alfa Romeo 1900 SSZ (für "Sprint Speciale Zagato") aus Aluminium gleicht exakt dem anderen, das bringt die Herstellung in Handarbeit mit sich. Besonders begehrt sind heute die wenigen 1900 SSZ mit den Zagato-typischen "double bubble"-Höckern über den Köpfen der Besatzung im Dach. Diese technisch wie formal hochklassigen Sportwagen brillieren während der 50er Jahre im Renneinsatz, traditionell dem Spezialgebiet von Zagato. Heute sieht man sie bei gut besetzten Oldtimer-Rennen und bei Klassiker-Auktionen
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| Die "Gazzella" der großen Mailänder Karosseriefirma Boneschi bleibt 1952 ein Unikat. Dieses viersitzige Coupé zeigt eine vielleicht etwas zu strenge Linienführung - eine Folge von Boneschis Vergangenheit im Bau von Lastwagen-Aufbauten? | Ein 1900 Sprint Speciale Zagato in voller Pracht. Das Dach ist über den Köpfen von Fahrer und Copilot leicht ausgebeult. Die gesamte Karosserie besteht aus dünnem Aluminiumblech, die Ausstattung ist spartanisch knapp. Der 1900 SSZ ist ein reines Sportinstrument |
| Alfa Romeo | Baureihe | Jahrgang | Stückzahl | Motor | Hubraum | Leistung | Spitze |
| 1900 Primavera | - | 1955-1957 | 300 | 4-Zylinder | 1.975 ccm | 115 PS | 180 km/h |
| 1900 Sprint | - | 1951-1954 | 949 | 4-Zylinder | 1.884 ccm | 100 PS | 180 km/h |
| 1900 Super Sprint | - | 1955-1958 | 854 | 4-Zylinder | 1.975 ccm | 115-125 PS | 190 km/h |
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