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Alfa Romeo
ALFETTA
Im Namen des Weltmeisters
Im Jahr 1972, zehn Jahre nach Erscheinen der Giulia, präsentiert Alfa Romeo eine
neue Limousine in der gehobenen Mittelklasse. Die Formel 1 Titel der Alfa
Piloten Farina und Fangio liegen gerade zwei Jahrzehnte zurück, da darf der Name
ihres einstigen Formel 1 Boliden auch für die neue Generation aus Arese
herhalten. Legitimiert wird die Bezeichnung Alfetta durch die
Transaxle-Bauweise, schließlich befinden sich auch bei den von Enzo Ferrari,
Wilfredo Ricart und Gioacchino Colombo initiierten Rennwagen der Motor vorn,
Getriebe und Differenzial jedoch an der Hinterachse.

Mit der Alfetta TD beginnt bei Alfa Romeo die
Ära der zwangsbeatmeten Selbstzünder
Neben der neuen Karosserie sind die De-Dion-Hinterachse, die hinten innen
liegend montierten Scheibenbremsen und die vordere Torsionsstabfederung weitere
außergewöhnliche Details. Trotz erfolgreicher Aufnahme durch den Markt kann die
Alfetta die immer noch populäre Giulia und ihren größeren Bruder Berlina nicht
spontan vom Thron verdrängen. Den Anfang macht die Alfetta mit dem 1750er Motor,
die in die Fußstapfen der Berlina 1750 tritt. Und als 1977 die Alfetta mit zwei
Litern Hubraum erscheint, ist auch das Ende für die Berlina 2000 nah. Die
Alfetta wird zum Erfolg und ihre aufwendige Konstruktion stellt eine gesunde
Basis für zahlreiche Modelle der nächsten zwei Jahrzehnte dar. So erscheint 1974
mit der Alfetta GT eine Coupé-Version der Limousine, doch auch die Giulietta,
der Alfa 90, Alfa 75 und der avantgardistische SZ/RZ bedienen sich des mit der
Alfetta erstmals präsentierten Transaxle-Grundlayouts. Diese kostenintensive
Architektur ermöglicht eine perfekte Achslastverteilung und sorgt für eine
beispielhafte Straßenlage und große Spursicherheit beim Bremsen. Erkauft wird
diese Errungenschaft dagegen durch eine nicht mehr so direkte Schaltung.

Analog zu anderen Modellen unterscheiden sich
die frühen, filigran verzierten Modelle von ihren
Nachfolgern mit späteren Kunststoffapplikationen
Die viertürige Limousine begeistert die Fachwelt auf Anhieb und kann im
Vergleichstest namhafter Fachmagazine den ebenfalls neuen BMW 520 deklassieren.
So steht dem Erfolg der schlicht gezeichneten, im Centro Stile Alfa Romeo
entworfenen Alfetta auch hierzulande nichts im Wege.
Bereits ab 1975 verbaut Alfa Romeo auch den aus der Giulia stammenden
1,6-Liter-Doppelnocker - von außen ist dieses Einstiegs-Modell an den beiden
Einzelscheinwerfern in der Frontmaske erkennbar. Und von nun an nennt sich das
mit einem größeren Herz ausgelieferte ursprüngliche Modell - zur besseren
Unterscheidung - Alfetta 1,8. Mit Erscheinen der Zweiliter-Version wird das
Erscheinungsbild der Alfetta 1977 tief greifend überarbeitet: An Stalle der drei
filigranen, in Reihe angeordneten Rückleuchten treten helle, großformatige
Strahler, die harmonisch zu den voluminöseren Stoßfängern sowie der
glattflächigeren Front mit großen Rechteckscheinwerfern passen. Dazu kommen
neue, in die Karosserie integrierte Türgriffe sowie ein an Lenkrad,
Armaturenbrett, Sitzen und Belüftung überarbeitetes Interieur.
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Die Armaturenbrettgestaltung der späten
Alfetta- Modelle unterschied sich mit ihrem Plastik-Look gewaltig von der eher traditionellen früherer Modelle |
Ab 1979 erscheint dann mit der Alfetta Turbo Diesel der erste italienische Turbodiesel auf dem Markt. Dem 82 PS starken Vierzylinder wird ab 1983 auch eine 2,4 Liter Variante mit 95 Pferdestärken zur Seite gestellt. In den letzten Monaten der abermals aktualisierten Alfetta werden die Quadrifoglio und Lusso getauften Modelle wieder mit jeweils zwei Doppelscheinwerfern, profilierten Rückleuchten und einem neuerlich überarbeiteten Armaturenbrett mit Check-Control für Bremsflüssigkeit, Ölstand und korrekt verriegelten Türen ausgeliefert. Für den US-amerikanischen Markt weichen die beiden Horizontal-Doppelvergaser einer Spica-Einspritzanlage. Bis zum Produktionsende 1984 verlassen fast eine halbe Million Alfetta die Produktionshallen in Arese. Jeweils rund 40% entfallen dabei zu annähernd gleichen Teilen auf die 115 bis 122 PS starke 1,8 Liter Version und den 121 bis 130 PS starken Zweiliter.
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