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Alfa Romeo
ALFETTA GT / GTV / GTV 6
Ein erwachsenes Coupé
Das technische Layout der erfolgreichen Transaxle-Limousine steht Pate für die
gleichnamige Coupé-Variante, die sich mit dem Kürzel GT (Gran Turismo),
beziehungsweise ab zwei Litern Hubraum mit dem weiteren Zusatz für V für Veloce
schmückt. Ursprünglich ist das neue Coupé als Nachfolger für den Giulia Sprint
GT vorgesehen. Doch der anhaltende Erfolg des zierlichen Zweipluszwei aus den
Sechzigern erlaubt den Parallelmarsch bis 1978. Und so stellt das 1974
vorgestellte Coupé mit der aktuellen Transaxle-Bauweise, dem für ein Coupé
großzügig bemessenen Platzangebot und der modernen, den Geschmack der siebziger
und achtziger Jahre repräsentierenden Linienführung eine Bereicherung für die
Modellpalette der Mailänder Avantgardemarke dar. Das Design stammt einmal mehr
von Giugiaro, jetzt indes nicht mehr in seiner Funktion als Bertone-Designchef,
sondern als Oberhaupt seiner 1969 gegründeten Firma ItalDesign.
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| Eine frühe Alfetta GT mit zweigeteilten Rückleuchten... | mittigem Tacho und Drehzahlmesser hinter dem Lenkrad... | sowie zweigeteiltem Frontspoiler |
Anders als sein Vorgänger und die 1964 gezeigte Studie Giulia Sport Speciale hat der neue GT Ecken und Kanten. Der auf dem Tipo 33 basierende ItalDesign-Prototyp Iguana (1969) dient durchaus als Wegbereiter, schließlich hat Giugiaro noch im selben Jahr seine Arbeiten an der Alfetta GT so gut wie abgeschlossen. Nach einer Reihe von Zeichnungen und nicht nur harmonischen Modellen, die unter anderem durchaus Ähnlichkeiten zum Dino Coupé erkennen ließen, setzen die Designer im Dezember 1969 die gleichermaßen stilvolle wie langlebige form in den Maßstab 1:1 um - und formen damit ein stilistisches Vorbild für Sud Sprint, Scirocco und Co.
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Auch nach über 25 Jahren ein faszinierendes
Stück italienischer Automobilkultur - Alfetta Coupé |
Der 150 PS starke GTV 2,0 Turbodelta dient
als Homologationsmodell für den Rallye- und Rundstreckensport |
Die sportlichen Doppelscheinwerfer blinzeln aus dem schmalen Kühlergrill hervor und harmonieren mit dem hohen, lang auslaufenden Heck, das nun über eine (schon für den Giulietta Sprint angedachte) Heckklappe verfügt. Darunter verlaufen je zwei filigrane Leuchtstreifen, die 1980 - mit Baubeginn der zweiten Serie - durch modische großformatige Rückleuchten ersetzt werden. Erkennbar sind die späteren Modelle auch an den üppigen Kunststoffstoßfängern, die vorne Blinker und Frontspoiler aufnehmen. Auch wandert der bislang auffällig in Armaturenbrettmitte angeordnete Tacho nun zum hinter dem Lenkrad platzierten Drehzahlmesser. Und der jetzt erhältliche leistungsstarke GTV6 ist an der Hutze auf der Haube deutlich auszumachen. Übrigens sind die Räder der Sechszylinder-Modelle - wie bis zum Alfa 164 - mit fünf statt nur vier Radmuttern befestigt.
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Noch vor dem Sud Sprint buhlt der Alfetta GTV
"Grand Prix" um sportlich orientierte Klienten. |
Das Interieur der späteren Coupés |
Neben den bereits bekannten Versionen mit 1,6 (109 PS), 1,8 (122 PS), 2,0 (130 PS) und dem 1980 vorgestellten V6 mit 2,5 Litern (160 PS) entstehen weitere Versionen, bei denen es sich jedoch vorrangig um Homologationsmodelle für den Sporteinsatz handelt. Den Sprung in die Preisliste schafft der aufgeladene Zweiliter-GTV Turbodelta mit 150 PS. Dazu kommen - ebenfalls aus Carlo Chitis PS-Schmiede - aber auch noch Wettbewerbsboliden mit acht Zylindern und drei Litern Hubraum. Und in Deutschland entstehen Prototypen mit dem 2,6-Liter-V8 des Montreal. Doch die werden nicht in Serie verwirklicht. Auf Initiative des südafrikanischen Marktes gibt es indes Mitte der 80er die ersten dreilitrigen V6. Insgesamt werden 212 dieser mittels Autodelta-Kits präparierten Fahrzeuge produziert.
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Die Sechszylinder sind übrigens nicht nur an
der Lufthutze, sondern auch an den fünf Radmuttern und dem seitlich mündenden Auspuffendrohr zu erkennen |
Im Alfetta GTV6 2,5 werden 1980 dann der V6
aus dem Alfa Sei und die Transaxle-Bauweise miteinander vermählt |
Auf allen Wegen erfolgreich
Die Alfetta GTV fügt sich vorzüglich in die Reihe sportlich erfolgreicher Alfa
Romeo: Das kantige Coupé erobert (als GTV6 nach Gruppe-A-Regelwerk) von 1982 bis
1985 nicht weniger als vier Tourenwagen-Europameisterschaftstitel in Folge,
zweimal den Titel der französischen Tourenwagenserie und siegt in der DTM. Eine
wild verbreiterte Gruppe-5-Variante des Alfetta GTV Turbo rennt zuvor in der DRM.
Und in Südafrika rennen die Sechszylinder bereits mit drei Litern Hubraum (in
Europa erstmals im Alfa 75 und Alfa 164) von Sieg zu Sieg. Aber auch auf
Rallyepfaden können sich die Dreitürer sehen lassen: Der Werksrennstall
Autodelta bringt ab 1975 eine bauchig verbreiterte Gruppe-2-Variante des GT an
den Start der Rallye-EM. Ihr folgen die kraftvolle Alfetta GT V8 3,0 mit dem aus
dem Tipo 33 stammenden Kraftwerk und der GTV Turbodelta, aufgebaut nach
Gruppe-4-Reglement. Privatiers setzen den GTV6 sogar noch in der ersten Hälfte
der 80er erfolgreich bei den Asphaltwettbewerben der Rallye-WM ein.

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