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Alfa Romeo
ARNA
Erhoffte Rettung aus Fernost
Alfa Romeo befindet sich in einer Krise. Mit den finanziellen Mitteln des
staatlich gelenkten Fahrzeugherstellers ist es nicht zum Besten bestellt: Die
hohe Schuldenlast lähmt das Management und trübt den Blick in die Zukunft. Der
Alfasud beschert Alfa Romeo zwar ansehnliche Stückzahlen, aber auch hohe Kosten
und reichlich Ärger. Die Transaxle-Modelle erfreuen ihre Fahrer immer noch mit
beispielhafter Fahrdynamik, doch sie sind ebenso wenig zukunftsgerichtet wie der
noch auf der Giulia basierende Spider.
Und so erhofften sich die Italiener Besserung, indem sie die Produktpalette mit
Hilfe eines Joint Ventures im heute C-Segment genannten Bereich ausbauen. Nissan
ist geradezu prädestiniert für diese Kooperation, denn während bei Alfa Romeo
durch die Überkapazitäten im Motorenbau gut 50.000 Motoren mehr entstehen als
tatsächlich gebraucht werden, haben die Japaner enorme Kapazitäten im eigenen
Karosseriebau. Diese Ausweitung der Karosserieproduktion ist bei Alfa nicht
machbar. Man verzichtet daher trotz der für die Marketing-Experten sichtbaren
Absatzchancen auf den Bau eines eigenen Modells mit neuem Design unterhalb des
Alfasud.
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Das gemeinsame Alfa-Nissan-Kind ARNA (Alfa Romeo Nissan
Autoveicoli) springt genau in diese Lücke. Die Vertreter aus dem Reich der
aufgehenden Sonne haben mit Hilfe des ARNA einen Fuß in der Tür des
italienischen Markts. Sie umgehen so die damaligen Einfuhrbeschränkungen für
japanische Automobile, die einst zur Förderung der inländischen
Fahrzeugproduktion geschaffen wurden.
Für die ARNA-Produktion entsteht in Pratola Serra, nahe Avellino, ein 200
Milliarden Lire teures Werk. Um die Lieferwege für die Technik-Komponenten -
immerhin fast 80% des gesamten Fahrzeugs - kurz zu halten, ist es nicht zu weit
vom Alfasud-Werk Pomigliano d'Arco entfernt. Auch ein Hafen befindet sich in der
Nähe, schließlich erreichen die japanischen Karosserieteile und Hinterachsen für
den ARNA Italien auf dem Seeweg.
Der ARNA ist eine Schnellgeburt. Fast wie aus dem Technikbaukasten kleiner
Kinder entsteht er aus der Europaversion des Nissan Cherry und dem 1972
vorgestellten und ständig weiter entwickelten Alfasud. Unter der lediglich durch
das Alfa-Herz im Kühlergrill, das schmalere Leuchtenband am Heck sowie die
Alfa-Felgen vom Cherry zu unterscheidenden Blechhülle agieren die bekannten
Boxermotoren.
Präsentationsort des Wagens ist die 50. Internationale Automobil-Ausstellung
(IAA) in Frankfurt 1983. Der 1,3 Ti folgt im Februar 1984 und im Dezember des
selben Jahres profitieren der ARNA 1,2 L und SL von einer kleinen
Leistungssteigerung von 63 auf 68 PS. Mit lediglich 3.145 Exemplaren bleibt der
gegenüber dem 1200er um 2.000 Mark teurere Ti ein Exot. Das ist allerdings nicht
verwunderlich, schließlich kostet der "richtige" Alfa 33 mit 1,3 Litern Hubraum
seinerzeit nur 500 Mark mehr.
Der ARNA wurde im Zeitraum 1984 bis 1986 insgesamt 58.894 mal gebaut und kostete
im Jahr 1984 14.490 Mark.
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